Diese Welt für sich und die anderen menschenwürdiger machen und dabei selbständiger werden

Die Aktivitäten des Jugendrotkreuzes in der Schweiz

«Jetzt mach doch mal was Sinnvolles, was Vernünftiges!» Ja, ich kann nachvollziehen, dass dies von Jugendlichen als Kritik aufgefasst wird. Aber ich verstehe auch, warum wir Eltern die unbeliebten Mahnungen, die wir als Kind selber zu oft gehört haben, wiederholen. Wir «meinen es ja nur gut».
Kann etwas «Sinnvolles, Vernünftiges» die Jugendlichen begeistern, nebst allem, was ihnen dieses Jahrtausend zu bieten hat? Doch, ich glaube schon, wenn wir sie motivieren und fragen: Möchtest du Teil sein einer Organisation mit fast 150jähriger ­Geschichte? Im Zeichen des berühmtesten Emblems der Welt arbeiten? Grundsätzen folgen, die alle Menschen und Religionen respektieren? Diese Welt für dich und die anderen menschenwürdiger machen und dabei selbständiger werden? Selber glücklich sein, indem du mit gleichgesinnten Jugendlichen zusammenarbeitest und andere Menschen glücklicher machst?
All dies ist möglich beim Jugendrotkreuz und klingt nun «echt cool», oder? Die Jugendlichen können das selber entscheiden. Aber es ist an uns, ihnen Möglichkeiten für freiwilliges Engagement zu bieten. Beim Lesen der Titelgeschichte «Freude schenken» denke ich erst recht, dass die Jugendarbeit unsere Unterstützung verdient.

Markus Mader, Direktor des Schweizerischen Roten Kreuzes

Quelle: Alle Texte aus Humanité, 1/2012, dem Magazin des Schweizerischen Roten Kreuzes