Ein Kind braucht einen guten Lehrer, einen Menschen und keinen Lernbegleiter

Erfahrungsbericht einer Mutter über das individuelle/ klassenübergreifende Lernen am Beispiel eines Grundschulkindes

von Sylvia Klotter*

zf. Dieser Bericht einer Mutter aus Baden-Württemberg beschreibt, wie es einem Kind im individualisierenden Unterricht, wie ihn der Lehrplan 21 vorgibt, ergehen kann. Auch der Lehrplan 21 geht nicht mehr davon aus, dass alle Schüler einer Klasse gemeinsam das gleiche Klassenziel erreichen. Jeder Schüler lernt für sich. Wie weit der Schüler schulisch kommt, wird ihm weitgehend selbst überlassen. Der Lehrer fungiert nur noch als «Lernbegleiter» beziehungsweise «Coach». Gerade für schwache, aber auch mittelmässige Schüler, insbesondere für Schüler mit Migrationshintergrund, bedeutet dies, dass sie nicht mehr ausreichend gefördert und gefordert und in einer Klassengemeinschaft mitgenommen werden. Chancengleichheit und Integration sind so nicht mehr zu gewährleisten.

Die Voraussetzungen schienen die besten, als zu Beginn des Schuljahres das individuelle Lernen in einer jahrgangsübergreifenden Grundschulklasse meines Sohnes eingeführt wurde: Die Lehrerinnen kannten sich bereits bestens mit dem Unterrichtsstil aus, und die Eltern sowie die Schulleitung waren der Neuerung gegenüber durchgehend positiv eingestellt, die Räumlichkeiten und Materialien wurden angepasst, die Kinder waren unvoreingenommen.
Und doch kann ich nun kurz vor Ende des Schuljahres eines mit Sicherheit sagen: Das individuelle Lernen ist nicht für alle Kinder ein Segen – im Gegenteil!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit dem individuellen Lernen sehr viele Stolpersteine verbunden sind, die vorher nicht abzusehen waren. Ich glaube auch nicht, dass Politiker, die die Gemeinschaftsschule favorisieren, welche unabdingbar das individuelle Lernen erforderlich machen wird, die Folgen dieses Experiments überschauen können, und würde mir wünschen, dass sich jeder, der sich für die Abschaffung einer Schulart stark macht oder klassenübergreifendes Lernen für eine gute Sache hält, folgende Gedanken durch den Kopf gehen lässt:
Es ist schön, wenn ein Kind gemäss seinen Fähigkeiten das Arbeitstempo selbst bestimmen kann und wenn es auch die Abfolge seiner Lerntätigkeiten mitbestimmen oder variieren kann, wenn es die Arbeitsmaterialen flexibel einsetzen kann, aber es ist nicht alles. Lernen sowie Unterrichten ist mehr.
Es ist auch schön zu sehen, wie sich die Aktenordner mit den Arbeitsblättern Stück für Stück füllen, wie ein Kind seine sogenannte «Lernstrasse» entlanggeht – sich hocharbeitet. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass es nur für die Kinder aus dem vorderen Leistungsdrittel wirklich motivierend und gewinnbringend und leichtfüssig ist. Die Kinder der beiden anderen Leistungsdrittel, die nicht so fit sind, irren irgendwann alleingelassen und orientierungslos umher.
Das Leistungsprinzip schlägt hier erbarmungslos zu, und das in einer Altersstufe, in der es noch nicht sein muss, dass nur der Stärkere gewinnt. Und besonders nicht, wenn man die Hoffnung hatte, dass ein Kind mit langsamerem Lerntempo seinen persönlichen Weg zum Erfolg findet – dank individuellen Lernens.
Die Enttäuschung ist nun entsprechend gross, und man wagt nicht zu denken, wie das Experiment in den Fällen ausgeht, in denen die äusseren Bedingungen nicht so optimal sind.
Aber nun zu den konkreten Gedanken und Erfahrungen, damit Sie nachvollziehen können, weshalb ich das individuelle Lernen für geradezu kontraproduktiv halte für die Entwicklung der kleinen Menschen.
Mein Sohn lag sehr bald auf Grund eines langsameren Arbeitstempos (welches aber durchaus einem normalen Arbeitstempo für ein schwächeres Kind in einer normalen Klasse entspricht) mit dem Stoff im Hintertreffen. Wie sich ein Kind fühlt, welches täglich mitbekommt, dass andere Kinder schon viel weiter sind in den Lehrbüchern, mehr Blätter abgeheftet haben und ihre Lernkontrollen stets Tage bis Wochen früher schreiben können, das können Sie sich vielleicht vorstellen.
Und ein Kind bekommt so etwas mit, egal wie leise die Lehrerin mit dem Nachbarkind bespricht, wann es den nächsten Test schreibt oder welche Seitenzahl es in den Hausarbeiten bearbeiten soll. Stets wird dem Kind klar: Ich hänge hintendran.
Dies sei ja nicht so schlimm – sagt man dem Kind – jeder, wie er könne. Aber wie fühlt sich ein Kind, wenn es kurz vor Schuljahresschluss noch einen Berg Arbeitsblätter oder anderweitigen Lernstoff sichtbar gebündelt zu bewältigen hat? Wie soll es das schaffen? Muss es das schaffen? Wird es das schaffen? Spätestens hier wird Ihnen klar werden, dass individuelles Lernen und der Lehrplan zwei Komponenten sind, die sich nicht gut mischen lassen.
Er muss durch, der Stoffplan, auf Teufel komm raus, oder das Kind zieht die Versäumnisse mit ins Folgejahr. Auch dort wird es den Stoffplan in seinem Tempo nicht bewältigen, geschweige denn Defizite aufholen. Und dann? Innerliche Panik beim Kind, die ich Ihnen hier nicht beschreiben kann, Versagensängste und ratlose Mütter und Väter.
Man mag nun sagen, dass auch Kinder in konventionellen Lerngruppen, z.B. mit dem umstrittenen Frontalunterricht, an die eigenen Grenzen kommen, nämlich durch die Notengebung an sich. Aber beim individuellen Lernen kann ein Kind beides haben, nämlich die schlechte Note und das hinten Anhängen. Das Gefühl, den Anforderungen nicht gerecht zu werden, hat ein Kind somit beim individuellen Lernen in doppeltem Masse. Und die fehlende allgegenwärtige Lehrerpräsenz und mangelnde pädagogische Förderung zusammen mit dem Gefühl, allein zu sein mit seinem Problem, können die prekäre Situation des Kindes immens verstärken.
Es gibt aber noch andere Probleme, die uns begegnet sind.
Das Gefühl, alleingelassen zu werden. Einsam vor einer Aufgabe zu sitzen mit dem Anspruch: Du musst irgendwie alleine zum Ziel kommen. Fehlende fachlich-pädagogische Erklärungen bestimmter Aufgabenstellungen soll das Kind durch eigene Exploration ausgleichen. Und wenn es das nicht kann? Nicht jedes Kind ist ein Forscher, ein Experimentierer, verfügt über eine kreative Ideenschmiede, ist gut beraten, sein eigener Lehrer zu sein.
Aber die Erklärung der Lehrerin bleibt aus. Ratloses Brüten über einem Arbeitsblatt. Stunden um Stunden in Einsamkeit mit dem Lernstoff, keine Möglichkeit, sich mit Mitschülern oder dem Lehrer auszutauschen, Ideen von anderen weiterzuführen oder auch mal vorgefertigte Muster zu übernehmen. Das Bitten um Erklärung wird zum Betteln. Solche Kinder stehen sich immer selber im Weg, sie wissen schon, dass das Warten auf den Geistesblitz sehr zäh sein kann.
Es gibt einfach Kinder, die mehr Regelwerk brauchen, mehr Auswendiglernen, die, wenn die Logik fehlt, mehr Anleitung und Hilfestellung brauchen, um einen Stoff zu erarbeiten und zu gliedern. Schule sollte den Anspruch erfüllen, auch diesen Kindern gerecht zu werden.
Im günstigsten Fall erklärt dann ein «fittes» Kind einem «schwächeren» Kind, wie es zum Ziel kommt. Aber was bleibt da emotional hängen?
Und dann gibt es da noch die Kinder, die Probleme haben, sich zu organisieren. Man denke hierbei auch an die vielen ADS/ADHS-Kinder. Diese Kinder verbrauchen beim individuellen Lernen ihre gesamte Aufmerksamkeit und Kraft für strukturelle Arbeiten (wie organisiere ich mein «Büro»), so dass sie sich dem Lernstoff kaum mehr zuwenden können. Sie können dies alles nicht gleichzeitig leisten. Das sind dann die Kinder, die nicht wissen, was Hausaufgabe ist oder was sie in den Hausaufgaben überhaupt machen sollen, die Kinder, die Heft und Buch irgendwo haben liegenlassen, den Arbeitstermin vergessen haben, denen das Arbeitsblatt wie ein Fremdkörper vorkommt, noch nie gesehen. In meinen Augen ein Zeichen für schlechte Lehrerqualität oder eine ungeeignete Lehrmethode.
Mütter können dann ja nicht mal bei anderen Müttern anrufen und nachfragen; denn jedes Kind ist lerntechnisch irgendwo anders unterwegs. Auch können Kinder aus diesem Grund in der Schule nicht bei Mitschülern Hilfe suchen. Es gibt keine Solidarisierung.
Die einzige Lösung für dieses Problem wäre hier eine lückenlose Präsenz der Lehrkraft sowie eine sehr gute pädagogisch-emotionale Beziehung der Lehrkraft zum Kind. Ein Einzellehrer pro Kind sozusagen. Ist diese Bedingung nicht gegeben, dann wird es brenzlig. Das Kind ist abhängig von der Lehrkraft, mehr noch als beim klassischen Unterrichten, und steht im Falle einer nicht stimmenden Chemie zwischen den beiden gänzlich alleine da. Nichts und niemand kann das Kind stützen.
Ein weiterer Aspekt: Kinder sind mitteilsame Wesen, leben vom Vergleich, vom gemeinsamen Tun, haben Spass in der Gruppe. Individueller Unterricht ist leise und einsam. Anweisungen der Lehrer können nur im Flüsterton gegeben werden; denn es sitzen viele Kinder da, und die Anweisung gilt nur dem einen – eine klare deutliche laute Ansage fehlt.
Sprich laut und deutlich, sag, was du zu sagen hast, steh dazu, hab Haltung, lehre ich die Kinder im Alltag. Braucht das Kind im Unterricht Hilfe, bekommt es diese im Flüsterton, in Kurzfassung und spärlich. Der Pädagoge und die lerntechnische Anweisung bekommen hierbei den Touch von etwas Geheimnisvollem, etwas Verbotenes zu sein. Wissen wird gehandelt wie verbotene Ware ohne Anspruch auf Gültigkeit.
Dabei ist doch gerade der Lehrer das Vorbild, welches den Stoff vermitteln sollte, ­Position dazu beziehen sollte und Gelerntes oder zu Lernendes emotional einfärben kann. Ein Mensch, der weiss, wie es geht und wie es sein sollte. Wissen wir nicht alle, dass man sich die Dinge viel besser eingeprägt hat, die in einen Kontext eingebettet waren? In ein Lachen, in eine positive Verstärkung, in ein Lob, in einen Witz, in ein Beispiel, in eine Gefühlsregung, in Mimik und Gestik.
Das, bitteschön, kann doch kein Arbeitsblatt oder ein Lernbegleiter leisten, was ein Lehrer, vorausgesetzt, er betreibt seinen Beruf gewissenhaft und wohlwollend, bieten kann.
Ein Kind, welches eine gewisse Zeit «individuell» vor sich hingearbeitet hat, verliert ausserdem die Fähigkeit, herkömmliche Erklärungen von Sachverhalten anzunehmen. Es weiss ja, dass es sich alles selbst erarbeiten sollte, und es erscheint dem Kind beschämend, wenn es nun zu Hause von Mama oder Papa oder vom grossen Bruder fixierte Erklärungen erhält und diese nicht annehmen kann.
Dies führt zu Versagensängsten, der eigene Leistungsdruck wächst, das Fühlen, dass man in allen Linien unzulänglich ist, komplettiert sich dadurch, dass die Ansprüche des individuellen Lernens nicht mit dem lern­pädagogisch-herkömmlichen Denken und Handeln verwoben werden können. Das Kind im Zwiespalt.
Demokratie, Diskussionsfähigkeit, Meinungsäusserung, Toleranz, Teamwork, gemeinsame Entwicklungen sind im Beruf wie im Leben unabdingbar und werden schon von klein auf in der Schule geübt. Beim individuellen Unterricht fallen diese Begriffe gröss­tenteils einfach weg, denn sie werden nicht gebraucht und sind nicht erwünscht. Der Schlaue hat seine Lösung schnell, schreitet aber ebenso schnell weiter. Der Langsame kommt nie ans Ziel. Es ist wie auf einer Wanderschaft. Immer wenn der Letzte, der Langsame zur Raststätte kommt, bricht die Vorhut wieder auf.
Sicher erinnern Sie sich daran, wie man sich fühlt, wenn man den Anschluss nicht halten kann. Man entwickelt Wut, Verzweiflung, Hektik und ist schlussendlich erschöpft. Wenn das Lauftempo zu unterschiedlich ist, vergeht selbst dem Wanderlustigen der Spass. Hintendran zu hängen führt zur Aversion gegen die Schnellen. Soziale Ungerechtigkeiten beider Seiten sind die Folge davon, dass man mit diesen Gefühlen nicht adäquat umgehen kann. Im besten Fall kommt es zum Ignorieren seiner Mitmenschen. Wäre es nicht sinnvoller, die Wanderer in Gruppen aufzuteilen? Eine schnelle Gruppe, die vielleicht einen weiteren Weg wählt, und eine langsamere Gruppe, die den Spass auch beim gemütlichen Laufen nicht verliert, dafür aber einen kürzeren Weg wählt?
Und sollten wir nicht in Zeiten, in denen Kinder immer mehr und öfter alleine vor den diversen elektronischen Medien sitzen, die Zeit aufstocken, in denen es zu einem Miteinander kommt, zu geistigen und sozialen Auseinandersetzungen, zum Austausch untereinander? Sollte man hier nicht wenigstens bildungspolitisch einen Gegenpol zur gesellschaftlichen Entwicklung setzen?
Warum Gemeinschaftsschule? Warum Lernstrassen? Warum jahrgangsübergreifende Klassen?
Wenn ich mir den Verlauf des Schuljahres und die Erfahrungen anschaue, dann kann ich nur froh sein, dass wir im kommenden Schuljahr dank Reflexion eine Kurskorrektur in der Schule erwarten können. Dies wird verhindern, dass mein Kind dauerhaft in eine Oppositionshaltung rutschen wird. Erste Ansätze von Leistungsblockaden und Schulunlust haben mir bereits den Weg gezeigt.
Beim gemeinsamen Unterricht wird es wenigstens das Gefühl haben, nicht mehr ein Nachzügler zu sein, auch wenn es sich durch die Noten vielleicht noch von den Mitschülern unterscheiden wird. Es werden aber vielleicht auch Fähigkeiten und Begabungen zum Tragen kommen, die bisher nicht gefragt waren. Soziale Fähigkeiten.
Zufriedenheit, Mitgefühl, Solidarität und Toleranz können sich nur ausbilden, wenn die Emotionen bei der schulischen Wanderung im positiven Bereich bleiben – für jeden einzelnen muss dieses Ziel erreichbar sein.
Alle diese Fähigkeiten sind die Grundbausteine für eine funktionierende Demokratie. Diese Fähigkeiten müssen in einem lebhaften pädagogisch-wertvollen Unterricht geübt werden. Auch die Kinder müssen zu Wort kommen, selbst wenn es mal laut wird. Kinder, die dies zu Schulzeiten nicht lernen, werden sich auch später damit schwertun, diese Werte zu übernehmen und Wertschätzung zu leisten für ihr Gegenüber. Kinder, die durch die Maschen des individuellen Lernens fallen, werden nicht zu mündigen Mitbestimmern eines Volkes werden. Sie werden die sie unterdrückenden Mechanismen bekämpfen, das Leistungsprinzip verachten, denn sie gehörten von Anfang an nie dazu.
Es wird ihnen das Selbstvertrauen und die Stabilität fehlen, gesunde Entscheidungen zu treffen.
Ich bin darüber hinaus davon überzeugt, dass die Qualität der Klassengemeinschaft in Klassen mit individuellem Lernen weit schlechter ist als in herkömmlichen Klassen, und die Klassengemeinschaft ist der Mikrokosmos des demokratischen Staates. Wer nicht zusammen arbeitet, feiert auch nicht zusammen. Da fehlt einfach etwas.
Ich zweifle auch, dass es erfolgversprechend ist, neue Unterrichtsmethoden einem Lehrer einfach überzustülpen, ohne ihn auf seine Eignung dahingehend überprüft zu haben. Eine andere, neue Unterrichtsmethode sollte durch Überzeugung, Eignung und in der Ausbildung ihren Weg finden und am besten auch gelebt werden. Was passiert, wenn man ungeübte Kräfte mit einer Aufgabe betraut, die ihnen weder liegt noch verinnerlicht ist? Wer bildet die Lehrkräfte aus, wer bildet sie weiter? Wie viele Lehrer werden derzeit gezwungen, ihren Unterrichtstil gegen ihre Überzeugung zu ändern? Die Überforderung der Lehrer wird folglich zunehmen, die Zahl der Kinder, die in eine stabile Zukunft mitgenommen werden können, wird schwinden. Was fehlt, ist ein Rückmeldesystem für alle Beteiligten mit dem Anspruch: Was ist ein guter Lehrer?
Es ist eigentlich jedem Menschen, vor allen Eltern klar, was ein Kind braucht, um effektiv lernen zu können: einen guten Lehrer, einen Menschen, keinen Lernbegleiter.
Kein neues Prinzip, keine aufoktroyierte Lehrmethode, keine Reform der Schulen mit Abschaffung ihrer Gliederung, sondern Menschen, die ihren Beruf aus Berufung machen und die das Individuum Kind wahrnehmen können. Dafür braucht man kein individuelles Lernen, dafür braucht man ein grosses Herz, bodenständigen Verstand, pädagogisches Geschick, die Liebe zum Fach und Mut. Mut gegen die Reformwut und die Blindheit der Verantwortlichen, die sich dem wirtschaftlichen Druck und dem Sparzwang beugen. Deutschland kann es sich nicht leisten, an Bildung zu sparen.
Dazu werden unsere Kinder zu sehr gebraucht. Nicht nur im Beruf, sondern auch als Garant für den inneren Frieden.    •

Quelle: www.arbeitskreis-schule-und-bildung.de