Kontinuierlicher Cannabis-Konsum (THC-Konsum) und das Risiko, neu an einer Psychose zu erkranken und in psychotischen Symptomen zu verharren

Eine Kohortenstudie mit 10jähriger Nachuntersuchung der Probanden

zf. In den neunziger Jahren war es vermutet worden, aber noch unklar geblieben, ob Cannabis-Konsum zu Psychosen führen kann oder nicht. Inzwischen ist die Forschergruppe Rebecca Kuepper, Jim van Os, Roselind Lieb, Hans-Ulrich Wittchen, Michael Höfler und Cécile Henquet in einer 10-Jahres-Langzeitstudie der Frage nachgegangen und zum Schluss gekommen: «Cannabis-Konsum ist ein Risikofaktor für die Entwicklung psychotischer Symptome. Kontinuierlicher Cannabis-Konsum dürfte durch die Wirkung auf die Fortdauer der Symptome das Risiko erhöhen, eine psychotische Erkrankung zu entwickeln.» Finanziert wurde die Studie durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (O1EB9405/6 und O1EB9901/6) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Der vollständige Text der Studie findet sich im British Medical Journal (BMJ) vom 1. März 2011.•

Was bereits über dieses Thema bekannt ist

Cannabis-Konsum hängt mit einem erhöhten Risiko für psychotische Erkrankungen zusammen.
Der zeitliche Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und dem Beginn psychotischer Symptome bleibt ebenso unbekannt wie der Mechanismus, über den Cannabis-Konsum zu psychotischer Erkrankung führt.

Was diese Studie Neues hinzufügt

Bei Personen ohne psychotische Erlebnisse in der Vorgeschichte geht Cannabis-Konsum dem Beginn psychotischer Symptome voraus. Gelegentlicher Cannabis-Konsum war assoziiert mit gelegentlichen psychotischen Erlebnissen vier Jahre später.
Fortgesetzter Cannabis-Konsum erhöht möglicherweise das Risiko einer psychotischen Erkrankung, indem es die Persistenz (normalerweise vorübergehender) psychotischer Erlebnisse bei jungen Menschen beeinflusst.