Sinn für Zusammenhalt und Gemeinnützigkeit wecken

«Pro Patria» fördert Jugendaustausch als Brückenschlag zwischen den Sprachgemeinschaften

ev. Die Schweiz als Bundesstaat unterschiedlicher Kulturen und Sprachgemeinschaften, die gleichwertig nebeneinander und miteinander im gleichen Staat bestehen, zeigt, dass es möglich ist, «verschiedenes als verschiedenes zu respektieren und dennoch um eines gemeinsamen Zweckes willen eine Einheit zu bilden» (Botschafter Paul Widmer). Die Achtung der Verschiedenartigkeit und der Wunsch nach Erhalt grösstmöglicher Freiheit im Innern wie nach aussen waren und sind Grundlage unseres föderalistischen Staatsaufbaus. Genauso wichtig ist aber auch ein weiteres Element: der Ausgleich zwischen Starken und Schwachen im Sinne gegenseitiger Hilfe und Solidarität, der Wille, den Staat nicht im Dienste der Herrschaft, sondern der Gemeinnützigkeit aufzubauen.
Diesem Anliegen waren auch die Begründer der schweizerischen Bundesfeierspende, der heutigen gemeinnützigen Stiftung Pro Patria Schweizerische Bundesfeierspende verpflichtet, die sich seit 1909 im Sinne der Solidarität für soziale und kulturelle Aufgaben engagiert. So heisst es in ihrem Zweckartikel: «Durch Sammlungen und Spenden bekennt sich die Stiftung aktiv zur Schweiz, zu ihren Menschen, ihrer Kultur und ihrer Landschaft im Sinne der Solidarität all jenen Menschen und Institutionen gegenüber, welche der Unterstützung und Förderung bedürfen und selbst keine oder ungenügende Hilfe von anderer Seite erhalten.» Für ihre Tätigkeit bezieht «Pro Patria» keinerlei Subventionen. Sie verdankt ihre Mittel ausschliesslich der Solidarität der Bevölkerung der Schweiz und ihrer Freunde im Ausland – durch den Kauf von Sondermarken mit Taxzuschlag, den Kauf des 1.-August-Abzeichens und die Bereitschaft Tausender zu Freiwilligenarbeit. «Pro Patria» unterstützt damit verschiedene kulturelle und soziale Projekte.
Im Anliegen, die gegenseitige Verständigung über die Sprachgrenzen hinweg und damit das Kennenlernen und Verstehen anderer Landesteile zu fördern, will «Pro Patria» mit ihrer diesjährigen Sammlung den binnenschweizerischen Jugendaustausch, den sie seit 2002 unterstützt, für die kommenden Jahre auf eine sichere Grundlage stellen. Dazu sind seit dem 1. Juni in der ganzen Schweiz wieder zahlreiche Freiwillige und vor allem auch Tausende von Kindern und Jugendlichen unterwegs, um die traditionellen 1.-August-Abzeichen zu verkaufen. Denn «Pro Patria» erwartet auch von den Jugendlichen Solidarität: Sie sollen nicht nur passiv von der Förderung des Austausches mit Jugendlichen eines anderen Landesteiles profitieren, sondern auch aktiv zur gemeinsamen Sache beitragen. So fördert dieses Projekt nicht nur den Brückenschlag zwischen den Sprachgemeinschaften, sondern auch den Sinn für Gemeinnützigkeit und Solidarität.
Die nachfolgenden Texte entstammen der Broschüre Aktuell, Nr. 57/2011, welche die Schweizerische Stiftung Pro Patria herausgegeben hat.